Hinweise aus dem früheren Berliner Ratgeber zu Operation, Vorsorge und häufigen Erkrankungen bei Katzen.
Themenübersicht
- Meine Katze wird operiert – was sollte ich beachten?
- Vergiftung bei Katzen
- Giftige Pflanzen und Stoffe für Katzen
- Empfehlung zur Entwurmung (Katze)
- Gentests bei Katzen
- Impfempfehlung für Katzen
- Informationen zur Diabetes Behandlung (Katze)
- Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion Katze
- Tipps zur Steigerung der Wasseraufnahme
- Wie alt ist meine Katze in Menschenjahren?
Meine Katze wird operiert – was sollte ich beachten?
Letzte Fütterung vor der Narkose
Vor einer Narkose erhält Ihre Katze von unserem Team eine individuelle Anweisung zu Futter und Wasser. Bitte folgen Sie dieser Vorgabe und fragen Sie nach, wenn Medikamente oder Vorerkrankungen eine Rolle spielen. Katzen mit Freigang sollten für die Vorbereitung sicher im Haus bleiben.
Medikamenteneingabe am Operationstag
Bitte geben Sie am Operationstag keine entzündungshemmenden oder schmerzstillenden Medikamente. Sollte Ihre Katze täglich zu verabreichende Medikamente wie Antibiotika, Herzmedikamente, Schilddrüsenmedikation oder Insulin benötigen, besprechen Sie bitte mit einem Tierarzt des Veterinärmedizinischen Zentrums Berlin bei der Narkoseterminvergabe, ob die Medikamentengabe am Narkosetag durch Sie oder durch ein Mitglied unseres Teams erfolgen soll.
Zustand nach der Narkose
Nach einer Narkose verbleibt Ihre Katze zunächst im speziellen Aufwachraum des Veterinärmedizinischen Zentrums Berlin unter tierärztlicher Obhut, bis narkosebedingte Komplikationen ausgeschlossen werden können. In seltenen Fällen sind „Narkosenachwehen" wie leichtes Schwanken, gesteigerte Geräuschempfindlichkeit oder Unruhe zu beobachten, die keinen Grund zur Sorge darstellen. Es empfiehlt sich, die Katze noch für ein bis zwei Stunden in ihrem Transportkäfig zu belassen. Verhindern Sie am Operationstag das Erklimmen von Schränken oder Kratzbaum. Bei mehreren Katzen im Haushalt darauf achten, dass die operierte Katze nicht angegriffen wird; ggf. die Tiere bis zum folgenden Morgen trennen.
Fütterung nach der Narkose
Sie dürfen Ihrer Katze im Allgemeinen unmittelbar nach Abholung Wasser reichen, mit der ersten Fütterung empfehlen wir im Regelfall bis zum Morgen nach der Narkose zu warten. In speziellen Fällen, wie nach Magen-Darm-Operationen, kann es zu Abweichungen kommen.
Haltung der Katze nach der Operation
Nach kleineren Eingriffen wie Endoskopie, Gebißsanierung oder Katerkastration sollte die Katze für ein bis zwei Tage, nach größeren Eingriffen bis zum Fäden ziehen, im Haus behalten werden. Bei orthopädischen Operationen können mehrere Wochen Käfigruhe notwendig sein.
Wundheilung
Die Operationswunde darf von Ihrer Katze nicht beleckt oder beknabbert werden. Andernfalls muss sie einen Plastikkragen bis zum Ziehen der Fäden tragen (bei intracutaner Naht bis zum 10. Tag nach der Operation). Eine geringgradige, derbe Schwellung und/oder Rötung der Wundränder ist unbedenklich; bei starker Schwellung/Rötung das Tier sicherheitshalber im Veterinärmedizinischen Zentrum Berlin vorstellen. Das Entfernen der Hautfäden erfolgt ab dem 10. Tag.
Verband
Sollte Ihre Katze einen Verband erhalten haben, beachten Sie bitte, dass der Verband trocken bleibt und nicht benagt wird. Sollten Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns bitte lieber einmal zu viel als einmal zu wenig an.
Vergiftung bei Katzen
Sollte Ihre Katze eine giftige Pflanze oder einen giftigen Stoff gefressen haben, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
- Verabreichen Sie Ihrem Tier keine für den Menschen zugelassenen Medikamente ohne Rücksprache mit einem Tierarzt, auch nicht im Notfall!
- Bitte stellen Sie bei Vergiftungsverdacht Ihr Tier sofort im Veterinärmedizinischen Zentrum vor, falls möglich bringen Sie die verdächtige Giftquelle (im Idealfall mit Verpackung), angefressenes oder erbrochenes Material mit!
- Alle Pflanzen-, Insekten- und Nagervernichtungsmittel sind als hochgiftig zu behandeln. Gleiches gilt auch für Dünger sowie Putzmittel aller Art!
Giftige Pflanzen und Stoffe für Katzen
Für Katzen giftige Pflanzen und Stoffe: alkoholische Speisen, Auberginen/Tomaten und andere Nachtschattengewächse, Azalee, Benzin, Bitterbohnen, Brunfelsie, Becherpriemel, Bogenhanf, Buchsbaum, Christusdorn, Dieffenbachia, Drachenbaum, Eibe, Eisensporn, Erdnüsse, Fahrzeug-Frostschutzmittel, Farne (alle Arten), Fensterblatt, Ficus, Goldregen, Gummibaum, Hortensie, Hyazinthe, Kakao, Kakteen (alle Arten), Karbolineum, Maiglöckchen, Maranta, Meninge, Misteln, Monstera, Obstkerne, Oleander, Passionsblume, Petroleum, Philodendron, Rhododendron, Rizinussamen, Sagopalme, Schokolade (je dunkler desto gefährlicher), Tabak, Terpentin, Tollkirsche, Tulpe, Walnüsse, WC-Reiniger, Weihnachtsstern, Wolfsmilcharten, Xylit (Zuckerersatzstoff), Yuccapalme, Zwiebeln (roh).
Empfehlung zur Entwurmung (Katze)
Wir empfehlen, freilaufende Katzen alle 4 Wochen mit einem Mittel gegen den Fuchsbandwurm zu entwurmen (z.B. Broadline). Katzen, die ausschließlich im Haus gehalten werden, flohfrei sind und keinen Kontakt zu freilaufenden Katzen oder Hunden haben, benötigen in der Regel mindestens einmal pro Jahr eine Entwurmung. Rohes Rindfleisch sollte vor der Verfütterung mind. 48 Stunden bei unter minus 18 °C eingefroren werden.
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) lebt im Dünndarm seines Endwirtes (Fuchs, Hund, Katze) und scheidet mit dem Kot Bandwurmeier aus. Für den Zwischenwirt Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion lebensgefährlich, eine Heilung kaum möglich. Hygiene und regelmäßige prophylaktische Entwurmung sind der beste Infektionsschutz. Da der Fuchsbandwurm 4-5 Wochen Entwicklungszeit im Darm der Katze benötigt, empfiehlt sich die Entwurmung gefährdeter Katzen in 4-wöchigem Abstand.
Gentests bei Katzen
Die Überprüfung genetischer Veranlagungen mittels Gentests ermöglicht es dem verantwortungsvollen Züchter, Anpaarungen so zu planen, dass eine Vielzahl der durch bekannte Genmutationen verursachten Erkrankungen bei den Welpen ausgeschlossen werden können. Die Untersuchungen erfolgen mittels Backenschleimhautabstrich oder Blutprobe.
Zur Verfügung stehende Gentests: GSD IV (Glykogen-Speicherkrankheit Typ IV, Norwegische Waldkatzen); HCM 1 und 2 (Hypertrophe Kardiomyopathie, Mutationen A31P und A74T); HCM 3 (Mutation R820W bei Ragdolls); PKD 1 (Polyzystische Nierenerkrankung); rdAc-PRA (Progressive Retina Atrophie bei Abessinier, Somali u.a.); SMA (Spinale Muskelatrophie bei Maine Coon).
Impfempfehlung für Katzen
Für Katzen stehen Impfungen zur Verfügung gegen: feline Panleukopenie (Katzenseuche), felines Herpesvirus, felines Calicivirus, Chlamydophila felis, Tollwut, felines Leukämievirus (FeLV, Leukose), feline infektiöse Peritonitis (FIP). Eine Impfung gegen FIV („Katzen-AIDS") ist noch nicht möglich.
Alle Katzen sollten regelmäßig gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen (Herpes, Calici, Chlamydien) geimpft werden. Freigänger, Zuchtkatzen und Katzen mit Kontakt zu anderen Katzen/Wildsäugern zusätzlich gegen Tollwut und Leukose (FeLV). Die FIP-Impfung wird kontrovers diskutiert.
Impfschema Katzenseuche/Katzenschnupfen (Welpen): 8., 12. und 16. Lebenswoche; bei erwachsenen Katzen 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen, danach jährliche Wiederholung. Tollwut: 1. Impfung 12. Lebenswoche, 2. in der 16. Lebenswoche, 3. innerhalb 365 Tagen, danach im 3-jährigen Abstand. Leukose: 1. Impfung ab 8. Lebenswoche, 2. nach 3–4 Wochen, jährliche Wiederholung. FIP: 1. Impfung ab 16. Lebenswoche, 2. nach 3 Wochen, jährliche Wiederholung; vorher Bluttest auf felines Coronavirus.
Informationen zur Diabetes Behandlung (Katze)
Diabetes ist eine häufige hormonelle Erkrankung der Katze und wird durch einen relativen oder absoluten Insulinmangel verursacht. Die Krankheit tritt meist im mittleren oder höheren Alter auf, kastrierte Kater sind häufiger betroffen. Symptome: vermehrte Wasseraufnahme, vermehrter Urinabsatz, Gewichtsverlust, Schwäche der hinteren Gliedmaßen, gesteigerter Appetit, plantigrade Fußung. Diagnose über Blutstatus und Fructosaminwert. Behandlung meist durch 2×-tägliche subkutane Insulininjektion, regelmäßige lebenslange Kontrollen; eiweißreiche, kohlenhydratarme Fütterung und Gewichtsreduktion wirken sich vorteilhaft aus.
Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion Katze
Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist vor allem eine Erkrankung der älteren Katze; 95 % der erkrankten Tiere sind älter als 10 Jahre. Es kommt zu einer Überproduktion der Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3). In 98 % der Fälle ist die Drüsenvergrößerung gutartig. Anzeichen: Gewichtsverlust, gesteigerter Appetit ohne Gewichtszunahme, Durchfälle, Erbrechen, gesteigerter Durst, häufiger Urinabsatz, Unruhe/Gereiztheit, struppiges Fell, ängstlicher Gesichtsausdruck, erhöhte Herzschlagfrequenz, erhöhter Blutdruck, beschleunigte Atmung. Diagnose mittels Bluttest (T4 und weitere Werte). Behandlung durch tägliche, meist lebenslange Gabe von Carbimazol, Methimazol oder Thiamazol; anfangs Kontrolle alle 3–4 Wochen, später viertel- bis halbjährlich. Die Krankheit kann NICHT geheilt werden, eine lebenslange Medikation ist notwendig.
Tipps zur Steigerung der Wasseraufnahme
(Text mit freundlicher Genehmigung der Firma Hill's)
Neben der richtigen Ernährung mit c/d Multicare können Sie über eine erhöhte Wasseraufnahme Ihrer Katze das Risiko für ein erneutes Auftreten von Beschwerden der unteren Harnwege (FLUTD) vermindern. Je mehr Wasser Ihre Katze trinkt, desto mehr Urin wird produziert und desto häufiger wird sie Urin absetzen; der Urin wird verdünnt und die Bildung von Blasenkristallen oder -steinen erschwert.
Vorschläge zur Anregung der Wasseraufnahme: dem Futter Wasser zufügen (langsam steigern); Wasser an mehreren Stellen aufstellen; Wasser regelmäßig austauschen; verschiedene Schüsselformen und -materialien testen; gefiltertes oder abgefülltes Wasser anbieten; Tischbrunnen als Katzentränke probieren; eine flache Schüssel unter einen langsam tropfenden Wasserhahn stellen; geschmackvolle Eiswürfel aus Hill's Prescription Diet Futter herstellen und ins Trinkwasser geben.
Wie alt ist meine Katze in Menschenjahren?
Eine Umrechnungstabelle vom Katzenalter in das entsprechende Menschenalter:
| Alter der Katze | Entsprechendes Menschenalter |
|---|---|
| 0–1 Monat | 0–1 Jahr |
| 2–3 Monate | 2–4 Jahre |
| 4 Monate | 6–8 Jahre |
| 6 Monate | 10 Jahre |
| 7 Monate | 12 Jahre |
| 12 Monate | 15 Jahre |
| 18 Monate | 21 Jahre |
| 2 Jahre | 24 Jahre |
| 3 Jahre | 28 Jahre |
| 4 Jahre | 32 Jahre |
| 5 Jahre | 36 Jahre |
| 6 Jahre | 40 Jahre |
| 7 Jahre | 44 Jahre |
| 8 Jahre | 48 Jahre |
| 9 Jahre | 52 Jahre |
| 10 Jahre | 56 Jahre |
| 11 Jahre | 60 Jahre |
| 12 Jahre | 64 Jahre |
| 13 Jahre | 68 Jahre |
| 14 Jahre | 72 Jahre |
| 15 Jahre | 76 Jahre |
| 16 Jahre | 80 Jahre |
| 17 Jahre | 84 Jahre |
| 18 Jahre | 88 Jahre |
| 19 Jahre | 92 Jahre |
| 20 Jahre | 96 Jahre |
| 21 Jahre | 100 Jahre |
| 22 Jahre | 104 Jahre |
| 23 Jahre | 108 Jahre |
| 24 Jahre | 112 Jahre |
| 25 Jahre | 116 Jahre |